Donnerstag, 18. Dezember 2014

18. Türchen

Der Adventskalender der Blogoezese macht heut bei mir Station. (Das gestrige Türchen könnt ihr hier öffnen: klick) Als ich den Termin gewählt hatte, war ich sicher, dass mir bis dahin was Gutes einfällt. Und nun sitz ich da - hin und hergerissen zwischen eher unterhaltsamen und eher geistlichen Schwerpunkten.

Ich fang mal mit etwas Biografischem an, was Weltliches und Geistliches enthält.
Ich bin in Sachsen geboren, genau genommen im östlichsten Teil des Erzgebirges. Und das heißt, dass ich mit vielen schönen Bräuchen aufgewachsen bin. 
  • Advent, das heißt für mich, dass Lichter in den Fenstern stehen - vorzugsweise Schwibbögen. Wenn man in diesen Tagen am Abend durch manche Ortschaften dort geht, leuchten aus hunderten Fenstern Schwibbögen, Lichterengel, Bergmanns-Figuren mit Lichtern etc. Das ist nicht nur heimelig. Diese Lichter stellten einst die Familien auf, damit die Männer, die in den Bergwerken arbeiteten, den Weg nach Hause fanden. Sie wussten dann, dass sie erwartet werden. Daran denke ich, wenn ich ein Licht ins Fenster stelle: dass ich den Herrn erwarten will.
  • Auch typisch für das Erzgebirge sind die Räuchermänner. In nahezu jedem sächsischen Haushalt schmaucht ein Holzmann oder auch eine Holzfrau und wohlriechende Schwaden durchziehen das Haus. Noch heute muss ich unbedingt am 1. Adventstag den Räuchermännel-Saison eröffnen.
    Das kann und will ich nicht christlich deuten. Ist für mich aber dennoch eine wichtige Sache.
  • Eine weitere Erinnerung an meine Kindheit ist das Aventsblasen der evangelischen Kirche. Kleine Gruppen von Blechbläsern spielten an verschiedenen Orten in der Stadt adventliche Lieder. Ein "Stammplatz" war die Laterne vor unserem Haus, was ich immer sehr besonders fand. Denn wir wohnten ganz am Ende vom Ort. In unserer Straße gab es nach Schichtende der Fabrik gegenüber keinen Fußgänger-Verkehr. Und max. die Bewohner von Häusern konnten den Bläsern zuhören. Und doch kamen sie jedes Jahr und haben meine Seele mit schöner Musik gefüllt.
  • Zum Advent gehören für mich bestimmte Lieder: Adventslieder, keine Weihnachtslieder. (Eine schöne, reine Adventslieder-CD findet man übrigens hier: voxaccord. Die Dresdner Kapellknaben sowie das Vocalensemble ehemaliger Kapellknaben haben da eine sehr schöne Mischung eingesungen.) In meiner Heimatgemeinde wurde in der Adventszeit an jedem Sonntag als Schlusslied das "Ecce Dominus veniet" geschmettert. Das fehlt mir in meiner neuen Heimat durchaus.
  • In der katholischen Pfarrei fand das "Frauentragen" statt. Jeder Haushalt, der mitmachte, durfte für einen Tag eine "Wanderfigur" der schwangeren Muttergottes bei sich aufnehmen. Die Familie, die sie vorher hatte, brachte sie zu uns. Es gab eine kleine Andacht, dann saß man noch gemütlich zusammen. Und am nächsten Abend brachten wir (bzw. meine Eltern) die Figur in den nächsten Haushalt.
Und zum Schluss doch noch was Unterhaltsames. Die Weihnachtsgeschichte von Bodo Wartke, die dieser Wortakrobat so erzählt, das vom Original nur noch die Randdaten übrig bleiben, aber unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Ok, es noch nicht Weihnachten. Aber diese Geschichte hier beginnt ja auch schon im Advent. Viel Vergnügen wünsch ich euch: klick hier zum Runterladen. Klick hier, um den Text zu lesen und die Geschichte zum Anhören anzuklicken (relativ weit unten).
Morgen gehts weiter beim Thomasleser.

1 Kommentar:

  1. Über Bodo Wartke habe ich herzlich gelacht. Herzlichen Dank für den Link!

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